Chefsache Kommunale Wärmeplanung -

Was sollten Unternehmen jetzt tun?

33. WirtschaftsDienst Forum

Mittwoch, 15. April 2026 | 16:00 bis 18:30 Uhr

in der Zentrale der enercity AG, Hannover

 

Die kommunale Wärmeplanung ist längst mehr als ein politisches Instrument – ein Thema, das zunehmend zur strategischen Grundlage für unternehmerische Entscheidungen wird. Genau hier setzte das 33. WirtschaftsDienst Forum an und brachte die wichtige Akteure im April zu Information, Diskussion und Netzwerken zusammen. Rund 40 Unternehmensvertreterinnen und -vertreter sowie Führungskräfte aus den Wirtschaftsförderungen von Städten und Landkreisen nutzten die Gelegenheit, sich aus erster Hand zum Thema „Chefsache Kommunale Wärmeplanung – Was sollten Unternehmen jetzt tun?“ zu informieren, Perspektiven einzuordnen und vor allem eines zu tun: ins Gespräch zu kommen.

 

Bild: Andreas Bosk (WirtschaftsDienst), Prof. Dr. Marc Hansmann (enercity AG), Anja Ritschel (Landeshauptstadt Hannover), Dr. Sonja Hieß (Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen GmbH), Dr. Mirko-Daniel Hoppe (Industrie- und Handelskammer Hannover) und Carsten Bremer (energydesign Braunschweig GmbH), v.l.n.r..

Fotograf: Philip Ziebart



WirtschaftsDienst Forum: Wärmeplanung muss zur Chefsache werden

HANNOVER. Die kommunale Wärmeplanung ist längst mehr als ein politisches Instrument – ein Thema, das zunehmend zur strategischen Grundlage für unternehmerische Entscheidungen wird. Genau hier setzte das 33. WirtschaftsDienst Forum an und brachte die wichtigen Akteure im April zu Information, Diskussion und Netzwerken zusammen.

 

Rund 40 Unternehmensvertreterinnen und -vertreter sowie Führungskräfte aus den Wirtschaftsförderungen von Städten und Landkreisen nutzten die Gelegenheit, sich aus erster Hand zum Thema „Chefsache Kommunale Wärmeplanung – Was sollten Unternehmen jetzt tun?“ zu informieren, Perspektiven einzuordnen und vor allem eines zu tun: ins Gespräch zu kommen.

 

Zwischen Energiewende und Unternehmensrealität

 

Im Zentrum stand die Frage, wie Unternehmen heute die richtigen Entscheidungen für morgen treffen können. Kommunale Wärmeplanung ist weit mehr als eine gesetzliche Verpflichtung – sie entwickelt sich zu einem entscheidenden Faktor für Investitionen, Wettbewerbsfähigkeit und Standortentscheidungen. Wer in Heizungsanlagen, Produktionsprozesse oder Gebäude investiert, braucht Orientierung. Wird mein Standort künftig an ein Wärmenetz angeschlossen? Welche Rolle spielen dezentrale Lösungen? Und wie lassen sich Förderprogramme gezielt nutzen? Genau diese Fragen bestimmten die intensive Diskussion – und machten deutlich, wie groß der Handlungsdruck, aber auch die Gestaltungsmöglichkeiten sind

 

Wärmewende als gemeinsame Aufgabe – Kommunale Perspektiven im Fokus

 

Einen wichtigen Impuls setzte Hannovers Wirtschaftsdezernentin Anja Ritschel mit ihrem Vortrag „Wärmewende als kommunale Gemeinschaftsaufgabe – Verantwortung, Partnerschaft, Umsetzung“. Sie setzte nicht nur den Fokus auf die kommunale Wärmeplanung als zentralen Baustein für die Zukunftsfähigkeit von Städten und Unternehmen, sondern betonte die Bedeutung der Rolle der Kommune als strategische Gestalterin – diese ermögliche und sichere durch klare Rahmenbedingungen, Partnerschaften mit Energieversorgern und langfristiger Planungssicherheit Investitionen ab. Ritschel sieht die Wärmewende nicht nur als klimapolitische Notwendigkeit, sondern als echten Standortfaktor mit Chancen für wettbewerbsfähige Energiekosten, mehr Unabhängigkeit und wirtschaftliche Stabilität. Sie machte deutlich, dass die Transformation nur im engen Zusammenspiel von Kommunen, Wirtschaft und Energieakteuren sowie durch ein konsequentes Vorgehen mit klaren Entscheidungen gelingen kann. „Die Erreichung der Klimaneutralität der Wärme ist das Ergebnis von politischer Steuerung, verlässlicher Partnerschaft frühzeitiger Investitionsentscheidung“, so Ritschel und nannte die Wärmewende ein „gesellschaftliches Transformationsprojekt“. In diesem Zusammenhang hob sie auch das gute Beratungs- und Förderangebot der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen GmbH (www.klimaschutz-niedersachsen.de) und der proKlima GbR (enercity-Fonds proKlima / www.proklima-hannover.de) hervor.

 

Einen praxisnahen Blick auf die Umsetzung lieferte Prof. Dr. Marc Hansmann, Mitglied im Vorstand (CFO) der enercity AG, mit seinem konkreten Beitrag zur „Wärmewende in Hannover“. Anhand der Ansätze des Energieversorgers der niedersächsischen Landeshauptstadt wurde sichtbar, wie strategische Planung und operative Umsetzung zusammengeführt werden können. Hansmann zeigte anhand aktueller Zahlen und Maßnahmen, wie die Wärmewende in Hannover sich entwickelt und welche zukünftigen Ambitionen es gibt. Im Mittelpunkt steht der massive Ausbau der Fernwärme sowie die klare strategische Ausrichtung auf klimaneutrale Versorgungssysteme bis 2040. Weg von fossilen Energieträgern hin zu Fernwärme, Wärmepumpen und erneuerbaren Lösungen, verbunden mit erheblichen Investitionen, einem beschleunigten Netzausbau und klaren politischen Rahmenbedingungen wie der Anschlussverpflichtung sieht die Strategie vor. Ein Weg, der noch viele Herausforderungen berge, aber machbar sei, so Hansmann. Gleichzeitig forderte er, dass Unternehmen nicht sofort umrüsten, aber sich strategische Gedanken machen sollten. „Die Unternehmen müssen in ihrer zukünftigen Ausrichtung aktiv begleitet werden, um tragfähige und wirtschaftliche Lösungen für ihre Wärmeversorgung zu entwickeln. Wichtig ist aber vor allem, dass sich Unternehmen mit dem Thema auseinandersetzen und dies frühzeitig bei Investitionsplanungen berücksichtigen.“ Er warnte vor unüberlegtem Handeln und verwies ebenfalls auf die bereits bestehenden vielfältigen Beratungsangebote in Hannover und der Metropolregion. Auch enercity stünde als Ansprechpartner zur Verfügung.

 

Zwischen Risiko und Chance: Wärmeplanung wird zur strategischen Zukunftsfrage

 

In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln vertieft. Hierzu brachten Carsten Bremer, Dipl.-Ing. Architekt und Geschäftsführer der energydesign braunschweig GmbH, Dr. Sonja Hieß, Leiterin Klimaschutz in Unternehmen der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen GmbH, sowie Dr. Mirko-Daniel Hoppe, Stellv. Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Hannover, weitere Impulse aus ihren Erfahrungen mit ein. In der Diskussion zeigte sich, wie eng wirtschaftliche Anforderungen, technische Lösungen und regulatorische Rahmenbedingungen miteinander verzahnt sind und wie wichtig es ist, frühzeitig miteinander zu sprechen, statt später reagieren zu müssen.

 

Gleichzeitig wurde die strategische Rolle der kommunalen Wärmeplanung deutlich: Sie schafft Planungssicherheit für Unternehmen, ermöglicht gezielte Investitionen und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit von Standorten. Dabei geht es nicht nur um Klimaschutz, sondern auch um wirtschaftliche Resilienz, stabile Energiekosten und langfristige Versorgungssicherheit.

 

Die kommunale Wärmeplanung rückt derzeit aufgrund der aktuellen geopolitischen Lage immer mehr in den Fokus und hat sich somit zur echten Zukunftsfrage für Unternehmen, Kommunen, Energieversorger und für ganze Regionen entwickelt. Darüber waren sich die Referentinnen und Referenten in der Diskussion und auch das Publikum einig. Klar geworden ist, dass sich auch Unternehmerinnen und Unternehmer dringend mit der eigenen Wärmeplanung beschäftigen sollten. Es ist längst kein Thema, das „irgendwann“ relevant wird – die kommunale Wärmeplanung ist bereits heute ein entscheidender Bestandteil unternehmerischer Entscheidungen.

 

„Diejenigen, die sich informieren, vernetzen und aktiv einbringen, können nicht nur Risiken minimieren, sondern aktiv an der Gestaltung ihrer eigenen Zukunft mitwirken. Die kommunale Wärmeplanung ist eine gemeinsame große unternehmerische und kommunale Aufgabe“, griff Gastgeber und Moderator Andreas Bosk, Geschäftsführer des WirtschaftsDienstes, am Ende noch einmal auf, und dankte allen Referenten für die wertvollen Beiträge und Impulse sowie den Teilnehmenden für ihre Offenheit im Austausch. Beim anschließenden Imbiss wurde genau dieser Ansatz weitergeführt: sich intensiv und offen in Gesprächen zu den verschiedenen Ansätzen und Möglichkeiten ausgetauscht.

 

Bericht WirtschaftsDienst (RED), 23.04.2026

 


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WirtschaftsDienst Forum | 15.04.26 Kommunale Wärmeplanung | Hannover
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